Mitten im Quartier – Anwesend oder verwurzelt? Ein Blick auf den NewMonastic Roundtable 2026
- cwittwer8
- May 4
- 4 min read

Im August 2026 versammeln sich wieder Interessierte, die sich auf den Weg gemacht haben, christliche Gemeinschaft vor Ort zu leben. Der NewMonastic Roundtable lädt ein, sich mit einer Frage zu beschäftigen, die uns alle berührt: Was bedeutet es, mitten im Quartier wirklich präsent zu sein? Wie können wir als Gemeinschaft nicht nur anwesend, sondern verwurzelt sein?
Diese Frage ist mehr als eine Standortbestimmung. Sie fordert uns heraus, unser Leben und unseren Glauben in den Alltag einzubetten. Es geht um mehr als nur da zu sein – es geht darum, Wurzeln zu schlagen, Verantwortung zu übernehmen und ein lebendiger Teil des Quartiers zu werden.
Was heisst es, mitten im Quartier zu leben?
Wenn wir von „mitten im Quartier“ sprechen, meinen wir nicht nur eine Adresse oder einen Ort. Es geht um das bewusste Leben in einer Nachbarschaft, das Einlassen auf die Menschen, die Geschichten und die Herausforderungen vor Ort.
In der ignatianischen Spiritualität finden wir eine Einladung, aufmerksam zu sein für das, was uns umgibt. Ignatius von Loyola lehrt uns, mit offenen Augen und offenem Herzen zu leben. Das bedeutet, nicht nur zu beobachten, sondern sich einzubringen, mitzufühlen und mitzugestalten.
Wie oft fragen wir uns: Bin ich wirklich präsent? Oder bleibe ich nur an der Oberfläche? Präsenz heisst, sich nicht zu verstecken, sondern sichtbar zu sein – mit all den eigenen Schwächen und Stärken. Es heisst, sich auf Begegnungen einzulassen, auch wenn sie unbequem sind.
Verwurzelt sein – mehr als nur ein Gefühl
Verwurzelt sein klingt nach Stabilität, nach einem festen Stand. Doch es ist auch ein Prozess. Wurzeln wachsen langsam, sie brauchen Zeit, Geduld und Pflege.
Für eine christliche Gemeinschaft bedeutet das, sich nicht nur temporär einzurichten, sondern langfristig Verantwortung zu übernehmen. Es heisst, sich mit den Menschen im Quartier zu verbinden, ihre Sorgen und Freuden zu teilen und gemeinsam Wege zu finden, das Leben zu gestalten.
Dabei hilft die ignatianische Praxis der Unterscheidung der Geister. Sie lädt uns ein, immer wieder zu prüfen, wo unser Engagement wirklich Frucht bringt und wo wir vielleicht nur Energie verschwenden. So wird Verwurzelung zu einem lebendigen, dynamischen Prozess.

Präsenz zeigen – wie sieht das konkret aus?
Präsenz ist mehr als Anwesenheit. Es ist das bewusste Dasein, das Hinhören und das Handeln. Wie können wir als Gemeinschaft das sichtbar machen?
Ein Beispiel ist die Nutzung von Räumen, die offen sind für Begegnung und Austausch. Hier kann das Angebot von Hausgemeinschaften eine Rolle spielen. Sie bieten nicht nur Wohnraum, sondern auch einen Ort, an dem Menschen sich begegnen, gemeinsam beten und arbeiten.
Auch die Teilnahme an lokalen Initiativen zeigt Präsenz. Ob Nachbarschaftsfeste, soziale Projekte oder ökumenische Gottesdienste – wer sich einbringt, wird Teil des Ganzen. Dabei ist es wichtig, nicht nur zu geben, sondern auch zu empfangen und sich von der Gemeinschaft prägen zu lassen.
Ignatianische Spiritualität als Wegweiser
Ignatius von Loyola hat uns eine Spiritualität hinterlassen, die tief in der Wirklichkeit verwurzelt ist. Sie fordert uns auf, in der Welt zu sein, ohne von ihr vereinnahmt zu werden.
Das tägliche Gebet, die Reflexion über das eigene Handeln und die Suche nach Gottes Willen helfen, den eigenen Platz im Quartier zu finden. Es ist ein ständiges Fragen: Wo bin ich gebraucht? Wo kann ich dienen? Wo darf ich wachsen?
Diese Spiritualität ist ökumenisch offen und lädt alle ein, die sich auf den Weg machen wollen, Gemeinschaft neu zu leben. Sie verbindet das Persönliche mit dem Gemeinsamen, das Spirituelle mit dem Praktischen.

Verantwortung übernehmen – ein gemeinsamer Auftrag
Verwurzelt sein heißt auch, Verantwortung zu tragen. Nicht nur für sich selbst, sondern für das Quartier und die Menschen darin.
Das kann bedeuten, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen, sich um die Schwächeren zu kümmern oder ökologische Verantwortung zu übernehmen. Es ist ein Auftrag, der aus der Gemeinschaft heraus wächst und sie zugleich stärkt.
Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, sich mit anderen zu vernetzen. Der NewMonastic Roundtable bietet dafür eine Plattform, auf der Erfahrungen geteilt und gemeinsame Projekte entwickelt werden können.
Einladung zum NewMonastic Roundtable 2026
Vom 21. bis 23. August 2026 treffen wir uns, um genau diese Fragen zu vertiefen. Wie können wir als neue monastische Gemeinschaften mitten im Quartier leben? Wie schaffen wir es, nicht nur anwesend, sondern wirklich verwurzelt zu sein?
Der Roundtable ist ein Raum für Austausch, Inspiration und gemeinsames Beten.
Wer sich auf diesen Weg machen will, findet hier Unterstützung und Gemeinschaft. Es ist eine Einladung, die eigene Berufung zu entdecken und zu leben.
Praktische Impulse für den Alltag
Wer sich fragt, wie das konkret aussehen kann, dem möchte ich zwei Angebote ans Herz legen, die ich selbst als hilfreich erlebt habe:
Hausgemeinschaften bieten Raum für gelebte Nachbarschaft und spirituelle Praxis. Sie sind Orte, an denen man Wurzeln schlagen kann. Mehr dazu unter Hausgemeinschaften.
Lokale Initiativen wie Nachbarschaftshilfen oder ökumenische Projekte sind Chancen, Verantwortung zu übernehmen und präsent zu sein. Sie zeigen, wie Glauben im Alltag lebendig wird.
Diese Beispiele sind keine Patentrezepte, sondern Anregungen. Jeder Ort, jede Gemeinschaft hat ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Herausforderungen.
Das Leben mitten im Quartier ist eine Einladung, die uns herausfordert und bereichert. Es ist ein Weg, der Geduld braucht und Mut. Doch wer sich darauf einlässt, wird erfahren, wie tief Wurzeln schlagen können – und wie lebendig Gemeinschaft sein darf.
Ich freue mich darauf, diese Reise mit vielen von euch beim NewMonastic Roundtable 2026 zu teilen. Lasst uns gemeinsam entdecken, was es heißt, wirklich präsent und verwurzelt zu sein.




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